Rund um die Müllenhoffstraße

Ein bleibender Eindruck

In den Jahren 2011, 2012 und 2013 arbeitete ich in der Müllenhoffstraße, welche sich im Graefekiez befindet. Obwohl mir dieser Kiezname ein Begriff war, da ich zu meiner Kreuzberger Zeit an der südlichen Grenze dieses Viertels wohnte, hatte ich keine großen Kenntnisse über diesen Teil von Kreuzberg.

Als ich an meinem ersten Arbeitstag aus dem U-Bahnhof Schönleinstraße auf dem Kottbusserdamm stand, dachte ich nur, hoffentlich ist der optische Eindruck an meinem neuen Arbeitsstandort besser. Spätestens als ich in die Schönleinstraße einbog, wurde es schöner, entspannter und auch ruhiger. Dies setzte sich weiter fort bis zum Arbeitsort.

Wir waren ein kleines Team und die Chemie zwischen uns stimmte sofort. In der Mittagspause gingen wir zu einem kleinen italienischen Imbiss in der Graefestraße nahe der Urbanstraße oder einer von uns holte das bestellte Essen ab, da viele Schulkinder dort auch einkehrten. Da wir nicht vor unserem Gebäude rauchen wollten, standen wir an der Straßeneinmündung der Müllenhoffstraße Ecke Grimmstraße. Wir nannten es scherzhaft unsere Raucherecke. Wir führten lockere Gespräche und schauten dem bunten Treiben auf den Straßen und im Grimmpark zu. Manchmal liefen wir auch ums Karree. Dabei waren die Frauen besonders an den kleinen Läden und deren Auslagen interessiert, während meine Aufmerksamkeit auf den gastronomischen Einrichtungen und deren Gästen lag. Auch die Gebäude mit ihren sanierten Fassaden gefielen mir. Viele dieser Häuser stehen hier - aber auch im weiteren Umfeld - unter Denkmalschutz. Deshalb nutzte ich den Fußweg zur Arbeit, um weitere Gebäude - unter anderem die Christuskirche in der Dieffenbachstraße - näher zu betrachten.

Diese Zeit hinterließ einen bleibenden Eindruck von diesem Viertel bei mir. Manchmal bedauere ich, dass ich nicht schon während meiner Kreuzberger Zeit eine Erkundung dieses Kiezes gemacht habe. Und manchmal lege ich einen Zwischenstopp für einen Rundgang ein, wenn mein Weg mich in die Nähe dorthin führt.

Dabei geht es mir auch darum, inwieweit sich dieses Viertel veränderte und sich weiter verändern wird. Falls ich bei einem dieser Spaziergänge hungrig werde, ist mein erster Anlaufpunkt unser italienischer Imbiss.

von Volker R.
Volker R. wurde in der Pfalz geboren. Aus verwandtschaftlichen Gründen kennt er Gesamt-Berlin seit seiner Kindheit durch viele Besuche. Seit 1991 lebt er aus beruflichen Gründen in Berlin. Zuerst wohnte er etliche Jahre im Bezirk Kreuzberg und zog dann über die Spree in den Bezirk Friedrichshain. Dies ermöglichte ihm, sowohl einen westlichen als auch einen östlichen Bezirk in den ersten Jahren nach der Wende intensiv kennen zu lernen.

Wegbeschreibung
U 8 Bahnhof Schönleinstraße südlicher Ausgang Buslinie M41 Körtestraße