Petersburger Platz

Eine Perle im Großstadtdschungel

Ein Schmuckstück im Großstadtdschungel in Berlin Friedrichshain, befindet sich an der Petersburger Straße, zwischen Mühsamstraße und Strassmannstraße.
Der Petersburger Platz erhielt seinen Namen 1897 nach der Petersburger Straße, an die er grenzt, die wiederum wurde nach der damaligen russischen Hauptstadt Sankt Petersburg benannt.
Der Ort galt alles andere als herrschaftlich. Im damaligen sogenannten Nordkiez hatten Proletarier, Handwerker und kleine Kaufleute Ihren Sitz. Die Grünanlage mit Ihrem Spielplatz existierte schon seit den 1920er Jahren.
Hier beobachte ich oft das Treiben, sitzend auf einer der zahlreichen Bänke, schaue den großen und kleinen, den alten und jungen Besuchern bei den unterschiedlichsten Beschäftigungen zu und lass mir die Sonne ins Gesicht scheinen. In Gedanken versunken, tritt der Lärm der angrenzenden Straßen in den Hintergrund und ich erinnere mich an die 80er Jahre, vergleiche diese mit dem heutigen Zustand des Parks und sehe die Wandlung dieses Platzes, der sich im Laufe der Jahre zum Positiven entwickelt hat. Vor der Wende gab es zwar auch schon einen Spielplatz, dieser war allerdings relativ ungepflegt, wie der restliche Teil des Platzes. Ich fuhr lieber ins angrenzende Umland, wie viele andere Berliner, die es mir gleich taten, oder man besuchte den Friedrichshain mit dem von den Schweden erbauten SEZ (Sport- und Erholungszentrum), dem Märchenbrunnen, dem großen Teich und seiner Wasserfontäne.
Heute ist der Petersburger Platz für mich ein lohnendes Naherholungsziel, da sich seit der Wende in diesem Park einiges getan hat, was mich hier gern verweilen lässt. Zum Beispiel gibt es einen neu gestalteten Kinderspielplatz, der an sonnigen Tagen von den zahlreichen Eltern mit Ihren Sprösslingen intensiv genutzt wird. Des Weiteren wurde die Grünanlage neu gestaltet. Man hat neue Wege angelegt und zahlreiche Bänke aufgestellt, die jetzt professionell vom Grünflächenamt betreut werden.
Aber das Highlight ist der Kugelbrunnen. Errichtet wurde er im Jahr 1993 nach einem Entwurf von Adalbert Maria Klees. Die Kugel in Gestalt der Erde liegt auf einem quadratischen Granitsockel und rotiert durch den Wasserdruck auf einem Wasserfilm.
Es entspannt mich immer wieder aufs Neue, der Kugel beim Rotieren zuzusehen und so dem Großstadttrubel für einen Moment gedanklich zu entfliehen.

von Peter PF-1956
Ab 1980 Wohnhaft im Bezirk Friedrichshain und seit März 2017 im Projekt Lieblingsorte tätig.

Wegbeschreibung
Straßenbahn M10 von Warschauer Straße in Richrung Hauptbahnhof, an Haltestelle Basarin Platz aussteigen. Ca. 100 m links in Richtung Landsberger Allee laufen.