Spindlersfelder Spreeeck

Spreeeck mit Dahme und Spree

Mit einem Fahrgastschiff am Luisenhain an der Dahme angekommen, stärke ich mich zunächst beim Brunch in der Luise, einer traditionsreichen Lokalität in der Altstadt Köpenicks. Der Luisenhain ist die erste öffentliche Grünanlage "Cöpenicks" 1906. Kein Wunder also, dass sich von hier aus wunderschöne Ecken Köpenicks entdecken lassen.
Schon auf der Reise mit dem Schiff hierher, fällt kurz vor der Dahmemündung in die Spree eine kleine liebevoll gestaltete Anlage auf, die sich "Spreeeck" nennt.
Und schon bin ich auf Entdeckungsreise, nach Spindlersfeld.
An der Dahme entlang, schlendere ich südlich in Richtung Lange Brücke, immer die andere Seite der Dahme im Auge, um dieses oder jenes ruhige Fleckchen zu entdecken.
Am anderen Ufer angekommen, biege ich rechts in die Gutenbergstraße ein. Nach etwa einhundert Metern, komme ich an einen öffentlichen Ruheplatz zwischen den gepflegten kleinen und größeren Wohnhäusern, der den Blick auf die Dahme und das gegenüberliegende Altstadtköpenickpanorama mit Rathaus und Luisenhain freigibt. Schon das ist ein Höhepunkt auf diesem Spaziergang, doch kurz darauf stoße ich zum eigentlichen Anlass für diesen Besuch vor, der bald einen Einblick in die Geschichte des Fräulein von Flemming geben soll.
Ich stehe vor der kleinsten Kleingartenanlage, die ich jemals zu Gesicht bekam. Sie nennt sich Spreeeck, die Eingangstür ist nicht verschlossen, d.h. es ist jemand im Gelände und so frage ich eine junge Frau höflich, ob es gestattet sei, sich umzuschauen. Freundlich wird es mir erlaubt. Hier ist Erholung pur, kaum Gemüseanbau, nur Blumen, Rasen, Sonnenschirm und Gartenmöbel, sofern sie Platz haben. Das größte Areal nimmt ein kleines liebevoll gestaltetes Gemeinschaftszentrum mit Häuschen, Freiplatz und Bühne ein, welches wohl auch privat genutzt werden kann.
Wer nun Rast machen will, ist sicher willkommen. Eine Anfrage ist es allemal wert.
Direkt am Wasser, mit Blick auf die geschichtsträchtige Dammbrücke, vor der die Dahme die Spree küsst, man muss es gesehen haben.... .
Hier schließt sich der Bogen zu Fräulein Adelheid von Flemming, die als Erbin des Gutes auf dem Grund und Boden des heutigen Spindlerfelds wesentlich zur Entwicklung des industriellen Wäschereibetriebes in Berlin-Köpenick beitrug. Sie verkaufte 1870 ca. 20ha an Johann Julius Wilhelm Spindler und 1887 an Albert Mentzel, Mitinhaber der inzwischen entstandenen Großwäscherei, einen weiteren Teil ihres Grundbesitzes. Der Landsitz, also das Gutshaus der Flemmings, wurde 1929 abgerissen, übrig blieben Teile des Flämmingparkes als "Spreeeck" und als Teil des jetzigen Mentzelparkes, mit wunderschönen Laubengängen.
Dorthin gelange ich nun vom Spreeeck kommend, biege aber für dieses Mal in die Flemmingstraße ab und gelange am Ende dieser zur heutigen Alexander-von-Humboldt-Schule, ehemals erstem europäischen technischen Lyzeums, dem Dorotheenlyzeum.
Hier stand bis 1928 die Mentzelvilla mit großem Park, dessen Überbleibsel sich am Ende der nun wieder rechts abgehenden Mentzelstraße mit dem Flemmingpark vereint.
Doch dahin führt mich der nächste Spaziergang in dieses geschichtsträchtige, aufregende und wunderschöne Spindlersfeld.

von U.L.

Wegbeschreibung
Bus 165
Tram 61, 68